Diagnose Borderline nach DSM-5 und ICD-10

Neben Therapie, einer „gesunden“ Lebensweise und verschiedenen Selbsthilfetechniken ist es nicht nur wichtig, sich selbst kennen zu lernen. Es kann sehr hilfreich sein, sich auch intensiver mit der Diagnose selbst auseinanderzusetzen.

Aus medizinischer Sicht gibt es zwei wichtige Klassifikationssysteme – mit deren Hilfe Diagnosen gestellt werden: DSM-5 und ICD-10.

Die Unterschiede sind bei der Borderline-Diagnose nur geringfügig. Aber ganz konkret:

Klassifizierung nach DSM-5

Ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie von deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und das Muster zeigt sich in verschiedenen Situationen.

Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

  1. Hektisches Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. (Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.)
  2. Ein Muster instabiler und intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
  3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
  4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen, z. B. Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, „Essanfälle“. (Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.)
  5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
  6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung, z. B. hochgradige episodische Misslaunigkeit (Dysphorie), Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern.
  7. Chronische Gefühle von Leere.
  8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen.
  9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Klassifizierung nach ICD-10

Im ICD-10 wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung (F60.31) als einer von zwei Typen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (F60.3) aufgeführt:

  • Der Impulsive Typus dieser Störung ist geprägt durch mangelnde Impulskontrolle und unberechenbare Handlungen (F60.30).
  • Beim Borderline-Typus sind zusätzlich das eigene Selbstbild und das Beziehungsverhalten noch stärker beeinträchtigt (F60.31). Dieser Typus entspricht ungefähr der Definition der Borderline-Störung im DSM-5.

Quelle: Wikipedia


Diese Wissenschaftlichen Definitionen sind sehr theoretisch und umschreiben die einzelnen Symptome nur grob. Eine genauere, weniger wissenschaftliche Erklärung zu den einzelnen Symptomen gibt es hier.

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