Ich brauche Hilfe – wie finde ich einen Therapeuten?

Einer meiner Therapeuten hat vier Beine, eine feuchte Nase und redet nicht viel. Seine Vorgehensweise ist simpel – wenn es mir schlecht geht, ist er sehr behutsam und verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Er hat immer ein offenes Ohr und ist zu jeder Zeit für mich da.

Die bedingungslose Liebe eines treuen Vierbeiners ist ungemein wertvoll. Auch Gespräche mit dem Partner, Familienmitgliedern und Freunden können hilfreich sein. Nichts davon kann jedoch eine richtige Therapie ersetzen – denn nur ein ausgebildeter Therapeut kann uns dabei helfen unser Verhalten zu reflektieren und uns so beim Heilungsprozess unterstützen.


Ich brauche Hilfe – was kann ich tun?

1. Hausarzt

Wenn du deinem Hausarzt vertraust, solltest du deinen Weg dort beginnen! Er kennt deine Krankengeschichte, ist auch kurzfristig erreichbar (kein Termin notwendig) und kann dich bei den weiteren Schritten unterstützen.

In meinem Fall bin ich damals zu meiner Hausärztin gegangen und habe ihr von meinen Problemen erzählt. Sie war sehr freundlich, hat mir verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt und mich an einen Facharzt (Psychiater) überwiesen.

2. Facharzt

Du kannst auch direkt bei einem Facharzt einen Termin vereinbaren – leider sind die Wartezeiten oftmals sehr lang. Der Arzt wird dir viele Fragen stellen: Zu deinem aktuellen Befinden, Gedanken und Emotionen, Selbstverletzungsverhalten, …
Vielleicht verschreibt er dir Medikamente und ihr vereinbart einen weiteren Termin. Solltest du Fragen haben – zögere nicht! Du kannst ruhig fragen was die weiteren Schritte sind, ob er dir bei der Therapeutensuche behilflich sein kann oder was das nun für Tabletten sind.

Ich war bereits bei vielen verschiedenen Fachärzten. Auch wenn ich dort nicht oft hin muss, ist es mir wichtig dass ich dem Arzt vertrauen kann und er sich wirklich ausreichend Zeit für mich nimmt und mir die Wirkung der Medikamente genau erklärt.

3. Therapeut

In einer Therapie kannst du aktuelle Themen besprechen und der Therapeut hilft dir dabei, schwierige Situationen zu meistern und Krisen zu überwinden. Die Ziele der Sitzungen sind dabei ganz individuell, je nachdem was du gerade brauchst um dich besser zu fühlen!

Nach einer ersten Kontaktaufnahme per Telefon oder Mail findet meist ein Erstgespräch statt, bei dem du dein Gegenüber Kennenlernen kannst. Weiters wird dir der weitere Therapieverlauf erklärt.


Kontaktadressen und Anlaufstellen

Leider ist es oft keineswegs so einfach einen Therapieplatz zu finden, hier findet ihr eine Liste meiner persönlichen Tipps und Anlaufstellen (Stand: 2018).

Wie schon zuvor erwähnt haben einige Therapeuten eine sehr lange Warteliste oder keine freien Plätze, Wartezeiten von bis zu einem Jahr sind nicht unüblich. Sei nicht enttäuscht wenn du nicht sofort einen Platz bekommst oder abgewiesen wirst – es liegt nicht an dir!

Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, häufig Suizidgedanken hast und nicht mehr weiter weißt, gibt es auch Anlaufstellen die dir sofort weiterhelfen können!

Suche im Internet

Der erste Weg führt bei mir meistens über die Google-Suche und bestimmte Seiten. Wenn ich einen passenden Therapeuten finde, suche ich meistens auch noch nach seiner oder ihrer Website um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Dort bieten die Therapeuten einen Überblick über die Schwerpunkte, die Klienten mit denen sie arbeiten, den Ablauf, die Therapiemethode und die Kosten der Therapie. Wenn du einen Termin vereinbaren möchtest, kannst du den Therapeuten per Mail oder Telefon kontaktieren.

Fachärzte (Psychiater)

Therapeuten

Clearingstelle (OÖ)

Die Clearingstelle für Psychotherapie ist ein Angebot der OÖ-Gebietskrankenkasse. Dort erhältst du sämtliche Infos zur Therapie, eine Therapeutenliste und es besteht die Möglichkeit sich auf eine Warteliste für kostenlose Therapieplätze setzen zu lassen. Ich habe bereits zwei Mal einen Platz über diese Anlaufstelle erhalten – jedoch solltest du auch hier eine Wartezeit einplanen.

Psychiatrische Abteilungen und Kliniken (Ö)

In jedem Bundesland gibt es Krankenhäuser mit einer psychiatrischen Abteilung. Dort kannst du in Krisensituationen auch kurzfristige Hilfe erhalten, zum Beispiel in Form eines ambulanten oder (teil)stationären Aufenthaltes.

Rehakliniken (Ö)

Einige Rehakliniken bieten längere stationäre Aufenthalte an (bis zu 8 Wochen). Diese Kliniken haben sich meist auf bestimmte Krankheitsbilder spezialisiert. Aufgrund meiner Reise ist mir das Psychosomatisches Zentrum Waldviertel (Klinik Eggenburg und Rehaklinik Gars am Kamp) bekannt.

Vereine (Ö)

In ganz Österreich gibt es Vereine (oft nur im jeweiligen Bundesland oder Bezirk) welche zahlreiche Angebote (Therapie Beratung, Tagesstrukur, Gruppen, …) anbieten.

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