Welche Therapieformen gibt es?

Du liegst auf der Couch und erzählst von deinen Problemen während sich der Psychotherapeut irgendwelche Notizen in seinen Block kritzelt und dir ungemütliche Fragen stellt. Läuft das wirklich so ab? Nicht unbedingt! Im folgenden Beitrag stelle ich dir verschiedene Therapieformen vor und erkläre den Ablauf einer Therapiesitzung.

Der Entschluss zum Beginn einer Therapie ist kein leichter. Neben vielen Fragen tauchen auch Ängste auf: Kann mir der Therapeut helfen? Was wenn ich ihn/sie unsympathisch finde? Vielleicht denkt er/sie ja dass ich einfach ein Jammerlappen bin?

Solche Ängste sind nicht ungewöhnlich und etwas Nervosität vollkommen normal. Denk immer daran: Du bist bereit Hilfe anzunehmen und dieser Schritt erfordert viel Mut!

Krank genug für Therapie?

Eine Therapie beruht auf Vertrauen, dieses Vertrauen kann nach und nach aufgebaut werden. Du wirst nicht dazu gezwungen etwas zu erzählen was du nicht möchtest. Während der ersten Sitzungen kannst du deinen Therapeuten besser kennen lernen und er dich. Es gibt auch keine Einstufungen ab wann es jemandem „erlaubt ist“ einen Therapeuten aufzusuchen.


Ablauf

Wie läuft denn nun so eine Sitzung ab?

Nachdem du einen ersten Termin vereinbart hast findet meist ein Erstgespräch statt. Der Therapeut wird dir verschiedene Fragen stellen. Warum du hier bist, Ob du schon mal eine Therapie gemacht hast, Seit wann du Probleme hast, Was du dir von der Therapie erwartest, … er wird dich vermutlich auch zu deiner „Lebensgeschichte“ befragen: Wo bist du aufgewachsen, Wie würdest du deine Eltern beschreiben, Warst du gerne in der Schule, … aber auch zu deinem aktuellen Umfeld. Das kann vielleicht zu Beginn etwas unangenehm sein, ich denk‘ mir dann immer einfach dass der Therapeut das so oft macht und sicher schon viel gehört hat, dann fällt es etwas leichter 😉

Und keine Angst wenn du über etwas nicht sprechen möchtest! Dein Therapeut stellt dir die Fragen nicht wie in einem Verhör – und wenn du über ein Thema nicht sprechen möchtest, darfst du das ruhig sagen.

In der ersten Sitzung wird dir dann auch der weitere Ablauf erklärt: Wie oft die Sitzungen stattfinden (sollten), die Vorgehensweise der Therapie und Ziele, evtl. Finanzielles, … meistens wird dann auch gleich der nächste Termin vereinbart.

Bei den folgenden Terminen wirst du gemeinsam mit deinem Therapeuten verschiedene Themen bearbeiten. Das Was und Wie ist immer abhängig von der Therapieform.


Therapieformen in Österreich

Es gibt eine ganze Bandbreite an psychotherapeutischen Methoden. Der Unterschied liegt in der Herangehensweise. Bei vielen steht das Gespräch im Vordergrund – welches aber auch auf unterschiedliche Weise geführt werden kann. Andere Formen haben einen Kreativen Zugang (z.B. Malen) oder konzentrieren sich auf das Aufarbeiten von Erlebtem. Mit der Therapieform variiert auch die Häufigkeit und Dauer der Sitzungen.

  • Tiefenpsychologisch‐psychodynamische Orientierung
    • Psychoanalytische Methoden
      • Analytische Psychologie
      • Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie
      • Individualpsychologie
      • Psychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie
      • Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie
    • Tiefenpsychologisch fundierte Methoden
      • Autogene Psychotherapie
      • Daseinsanalyse
      • Dynamische Gruppenpsychotherapie
      • Hypnosepsychotherapie
      • Katathym Imaginative Psychotherapie
      • Konzentrative Bewegungstherapie
      • Transaktionsanalytische Psychotherapie
  • Humanistisch‐existenzielle Orientierung
    • Existenzanalyse
    • Existenzanalyse und Logotherapie
    • Gestalttheoretische Psychotherapie
    • Integrative Gestalttherapie
    • Integrative Therapie
    • Klientenzentrierte Psychotherapie
    • Person(en)zentrierte Psychotherapie
    • Psychodrama
  • Systemische Orientierung
    • Neuro-Linguistische Psychotherapie
    • Systemische Familientherapie
  • Verhaltenstherapeutische Orientierung
    • Verhaltenstherapie

Und welche Therapie ist die Richtige für mich?

Den richtigen Therapeuten, die richtige Therapie … es gibt kein richtig oder falsch. Vertrau auf dein Gefühl, du wirst merken wenn du die richtige Konstellation gefunden hast!

Ich war auf der Suche nach einem neuen Therapieplatz. Und da ich ein phantasievoller Mensch bin dachte ich dass auch eine Methode in diese Richtung geeignet sein könnte. Also suchte ich bewusst nach einem Therapeuten der Katathym-Imagainativ arbeitet – dabei arbeitet man mit Phantasiebildern, so ähnlich wie Phantasiereisen. Schon in der ersten Sitzung fühlte ich mich sehr unwohl und merkte dass ich mich bei den Imaginationen nicht fallen lassen konnte, ich dachte immer zu viel über alles nach. Stur wie ich bin, wollte ich aber unbedingt diese Therapieform und ging noch drei Mal hin. Mein Unbehagen stieg von Sitzung zu Sitzung – der Therapeutin blieb das natürlich nicht verborgen und sie sprach mich darauf an. Schlussendlich gab sie mir die Nummer einer Kollegin bei der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Fazit: Du wirst WIRKLICH merken wenn die Konstellation stimmt. Wenn du beim ersten Gespräch unsicher bist und dich unwohl fühlst, kann das ganz normal sein und einfach an der Situation liegen. Legt sich das Gefühl jedoch nicht und wir sogar stärker ist vielleicht eine andere Methode oder ein anderer Therapeut die bessere Wahl!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: